Edelkastanie – Baum des Jahres 2018

·       Ökologisch wertvoll und für den Klimawandel geeignet

 

Foto: CSB Maronenallee Rosdorf, Kreis Steinburg

 

So auch in Schleswig-Holstein im Herzogtum Lauenburg, Ostholstein und in Rosdorf im Kreis Steinburg sogar als eine alte Maronenallee.

Lichte  Wälder  mit  Edelkastanien  sind  wegen  ihrer  Strukturvielfalt  wertvolle  Lebensräume.

Sie  werden  von  einer  großen  Anzahl  von  Insekten  und  Käfern  besiedelt.  An  einzelnen Edelkastanien  wurden  seltene  Flechten  und  Moosarten  entdeckt,  die  teilweise  als ausgestorben  galten.  Auch  für  die  Bienen  ist  sie  eine  wichtige  Nahrungsquelle.

 

 

 

 

Die  Edelkastanie,  bekannter  unter  dem  Namen  Esskastanie,  wird  2018  im Mittelpunkt  vieler  Aktionen  stehen.  Dies  entschieden  die  Mitglieder  des  Kuratoriums Baum des Jahres im Herbst 2017 in Berlin, indem sie  sie zum Baum des Jahres kürten.  Geliebt wird sie  vor  allem  wegen ihrer  stärkereichen  und glutenfreien  Früchte, bekannt  als  Maronen.

Sie ist nicht verwandt mit der Rosskastanie, sondern gehört zu den Buchengewächsen und wurde mindestens seit der Römerzeit in Deutschland kultiviert.

In  Deutschland  gibt  es  die  größten  Vorkommen  im  südwestdeutschen  Raum  in  den klimatisch bevorzugten Weinbauregionen.  Zu  nennen sind hier der Taunus, die  Vorderpfalz, die  Ortenau,  die  Bergstraße,  der  Rheingau,  die  Moselgebiete  und  auch  der  Untermain.

Solitär  oder  in  Gruppen  in  Parks  und  Gärten,  Hainen  und  Wäldchen  ist  sie  bundesweit  zu finden

 

 

Eichhörnchen,  Siebenschläfer  und  Krähen  sorgen  für  die  Ausbreitung  der  Maronen  oder umgangssprachlich „Keschde“ genannten Früchte.  Die versteckten Nahrungsvorräte keimen dann,  wenn  sie  vergessen  wurden,  im  Frühjahr.  Aus  den  Samen  gekeimte  Bäume  tragen erstmals mit etwa 25 bis 35 Jahren Früchte.

Das  Holz  der  Esskastanie  ist  mit  dem  der  Robinie  das  dauerhafteste,  das  wir  in  Europa haben. Noch  heute spielt es als Holz für Rebpfähle  eine wichtige Rolle. Ebenso erlebt es eine Renaissance  in  der  Möbelherstellung,  bei  der Lawinenverbauung  im  Bergwald  und  erzielt hohe Preise.

Dank  ihres hohen  Stärkeanteils  von  43  Prozent  waren  die  Maronen  über  Jahrhunderte  ein wichtiger  Bestandteil  der  Armenkost  im  Süden  Europas,  bis  sie  durch  die  Kartoffel  ersetzt

wurden.  Aufgrund  ihrer  Glutenfreiheit  und  der  aktuellen  großen  Nachfrage  nach

hochwertigen Bio-Lebensmitteln ist die Esskastanie auch in diesem Bereich stark gefragt.

Im  vergangenen  Jahrhundert  wurde  die  Esskastanie  durch  einen  eingeschleppten  Pilz  vor allem  in  Südeuropa  dezimiert.  Durch erfolgreiche  biologische  Bekämpfung  erholt  sie  sich deutlich. Die Edelkastanie  wird in unseren Wäldern  als klimatoleranter Baum in Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen.

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